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Siedlung Neu Jerusalem

neu-jerusalem-geschichte

Berlin Spandau Siedlung Neu-Jerusalem (Staaken-West), Heerstraße (Aufn. 1945)

Am äußersten westlichen Rand des erst wenige Jahre alten Großberlins ist 1923 eine kleine unscheinbare Siedlung erbaut worden, die heute aufgrund ihrer damals fortschrittlichen Bauweise heute Teil der Architekturgeschichte Berlins ist. Ihre Lage machte sie nach 1945 zum Spielball der Weltmächte. Allein der Name der Siedlung „Neu-Jerusalem“ der im Berlin- Brandenburger-Raum so befremdlich klingt, ist ebenso Spiegel der deutschen Geschichte wie das Schicksal ihres Architekten.

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Berlin Spandau Siedlung Neu-Jerusalem (Staaken-West), Heerstraße (Aufn. 1925)

Bereits zehn Jahre nach ihrer Erbauung sind die Siedlung und ihr Architekt fast völlig in Vergessenheit geraten. Erst 60 Jahre später nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kehrte sie ins Interesse der Öffentlichkeit zurück. Heute, 90 Jahre nach ihrer Erbauung, ist die Siedlung an einem Punkt, der darüber entscheidet, ob ein bedeutendes kulturhistorisches Erbe in seinem Charakter erhalten bleibt, oder ob es dem Veränderungsdruck endgültig weichen muss.

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Die zwischen 800 und knapp 1000qm großen Grundstücke boten die Möglichkeit der Selbstversorgung. Das Einzelhaus (Heerstraße 655E) setzt sich als Fertighaus aus vorfabrizierten Elementen sowohl in seiner Bauweise als auch in seiner Gestaltung von den Doppelhäusern ab. Die Struktur der Siedlung basiert auf der Anordnung eines einzigen Haustyps entlang der Straßen, die zwar eine ungünstige Ost-West-Ausrichtung für die meisten Häuser ergibt, aber für eine relative Geschlossenheit der Straßenräume und – zumindest im nördlichen Teil – einen freien Grünraum im Inneren der Grundstücke sorgt.

Zu den vielen Fakten zur Geschichte der Siedlung, die bislang nicht verifiziert worden sind, bzw. deren Ursprung in der Literatur nicht genannt wurde, gehört selbst das Baudatum. Die einschlägige Literatur gibt als Zeitraum der Erbauung 1923/24 an. Wann der Bau der Siedlung tatsächlich begonnen hat, konnte nicht mit Sicherheit ermittelt werden, da keine zeitge- nössischen Dokumente mehr vorliegen. Wenn man sich auf Angaben in den zeitgenössischen Publikatio- nen stützt, die erst ab 1925 die Siedlung erwähnen, dann sind die Doppelhäuser 1923/24, bzw. 1924 entstanden. Nur Migge erwähnt bereits 1924, dass an der Siedlung gebaut wird. In den einschlägigen Nachschlagewerken wird die Siedlung erst ab 1925 bzw. 1927 aufgeführt. „Haberlandts Bauten-Nach- weis“ führt die Siedlung ab Ausgabe April 1925 auf. Im Berliner Adressbuch sind 1927 für diese Anschrif- ten Neubauten ausgewiesen. Die in der Literatur ma- nifestierte Angabe vom Bauzeitraum 1923/24 kann nicht belegt werden. Vielmehr muss von einem Fertig- stellungstermin um 1925 ausgegangen werden.

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Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft (DGG) als Bauherr muss großes Vertrauen in die Fähigkeiten des Architekten gehabt haben, da sie ihm nicht nur die Entwürfe anvertraute, sondern auch noch die Baulei- tung überließ. Dies ist deswegen umso bedeutsamer, als das Gutkind zuvor nie praktisch tätig gewesen war. Dies lässt sich nur erklären durch die jahrelangen persönlichen Kontakte, die Gutkind zu den leitenden Persönlichkeiten der DGG unterhalten hatte. Wie Gutkind das allein bewerk- stelligte ist unklar, da er zu diesem Zeitpunkt noch über kein eigenes Ar- chitekturbüro verfügte und scheinbar
auch keine Mitarbeiter beschäftigte.

neu-jerusalem-haus

7 Kommentare zu “Siedlung Neu Jerusalem

  1. An die Bürger der Wohnsiedlung Neu Jerusalem,
    Heerstraße 645 F, 13591 Berlin Spandau Staaken.

    Habe heute im RBB das Leben und Treiben in der Wohnsiedlung NeuJerusalem mit Spannung gesehen. Es hat mich fasziniert und mein Tag war gerettet, trotz Regen. Kann mir vorstellen, dass auch mein Mann und ich in der Wohnsiedlung wohnen und glücklich alt werden könnten. Die Reportage hat unser Interesse geweckt. Wenn freie Wohnungen von ca. 60 m² noch zum Kauf zu Verfügung stehen, teilen Sie uns bitte mit, sowie die Kaufpreise der einzelnen Wohnungen!
    Für Ihre Mithilfe und rascher Antwort danken wir jetzt schon recht herzlich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Familie P.-Rosenstein

  2. Hallo Frau Rosenstein, wir teilen ihnen gerne mit sobald Wohnungen zur Verfügung stehen werden. Zur Zeit herrscht in der Siedlung absolute Bausituation, wie Sie es vor Ort bergt haben konnten. Es bewegt sich endlich was und wir sind stets dabei alles zu beschleunigen. Denn diese wunderbare Siedlung hat es verdient!

    Danke für Ihr Interesse und herzlich Willkommen und Neu Jerusalem.
    Eduard

  3. Sehr geehrter Eduard

    auch ich habe sehr großes Interesse an einer Wohnung
    oder Haus.Ihre Gemeinschaft hat mich sehr angesprochen.
    Gerne würde ich Ihnen helfen.
    Bitte um Kontaktaufnahme.

    Mit freundlichem Gruß

    Iris Halllér

  4. Hallo Eduard , wie und mit wem kann ich in Kontakt kommen , zwecks eines Hauses oder einer Wohnung ? Danke ihnen im voraus . LG Gerd Müller

  5. Es heist neu Jerusalem weil es ja schon ein Jerusalem giept,sogar schon zimlich lange. Kuck mal in der Bibel nach, da kommt das sogar schon for. Damit man es damit nich verwexelt, heißt das hier eben NEU Jerusalem. Ist doch einfach oder? Manche sachen kan mann sich gans einfach selbs erklehren!

  6. Ich fahre seit letzter Zeit oft die Heerstraße nach Falkensee und mich faszinieren immer wieder
    die architektonisch, außergewöhnlichen Siedlungshäuser rechts und links der Straße, diese erinnern mich sehr an den so ähnlichen „Bauhausstil“ . Nach langem suchen habe ich nun Ihre Internetseite über die Siedlung Neu Jerusalem gefunden und frage mich warum diese Siedlung in der Architekturgeschichte so stiefmütterlich behandelt wird.
    Ihre Seite gefällt mir sehr gut.

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